Tanzpädagogik-Fortbildung Dancing Arts

Konzept & Struktur

Die Freude am Tanzen, die eigenen (Lebens-) gefühle im Tanz auszudrücken und die entsprechenden Ausdrucksformen dafür zu finden, ist ein wesentliches Anliegen der Fortbildung. Denn nur auf der Basis der eigenen Erfahrung ist es möglich, tanzpädagogisch wirkungsvoll mit verschiedenen Zielgruppen zu arbeiten.

Gerade in Zeiten der Entfremdung vom eigenen Körper z. B. durch übertriebene Ideale oder einen bewegungsarmen Alltag sind den vielfältigen Ein- satzmöglichkeiten von Tanz in pädagogischen oder sozialen Arbeitsfeldern kaum Grenzen gesetzt. Tanzen fördert das Vertrauen in die sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit und kann Begrenzungen im körpersprachlichen Ausdruck erweitern. Tanzen stärkt das Selbstvertrauen.

„Dancing Arts" wendet sich an all diejenigen, die sich intensiver mit Tanz, Theater, Bewegung und Körpererfahrung beschäftigen wollen.

Wenn Sie die Inhalte oder die Dozentin der Fortbildung vor Fortbildungsbeginn kennenlernen möchten, empfehlen wir den Besuch einer Einführung. Die nächste Einführung findet vom 30. November - 1. Dezember 2019 statt.

Die Fortbildung beginnt mit dem ersten Wochenende am 7. - 8. März 2020.

Aufbau der Fortbildung

• Acht Grundseminare in einer festen Lerngruppe - verteilt auf eineinhalb Jahre (Leitung Eva Blaschke).
Die Entwicklung der eigenen Fähigkeiten zu improvisieren und schöpferische Momente zu erkennen und zu nutzen bilden den Kern der Grundseminare. Dazu nutzen wir die Methoden der Laban Bewegungslehre und der Bartenieff
Fundamentals. Deren Grundlagen sind besonders hilfreich für die Gestaltung und Analyse von Tanz. Eine ausführliche Beschreibung dieser Methoden finden Sie hier.
Wesentlicher Bestandteil ist auch das gegenseitige Beobachten. Die Teilnehmenden lernen das gesehene Tanzgeschehen in Worte zu fassen und zu reflektieren. Sie lernen ihre persönlichen Möglichkeiten im tänzerischen Ausdruck zu erweitern, als auch diese Möglichkeiten bei anderen zu erkennen und zu fördern.

• Die Wahlseminare
Aus den Wahlseminaren, wie Rhythmus, Biodanza, Tanz mit Kindern, Tanztheater, Pantomime, Tanz mit Menschen mit Behinderung, Tanztherapie, u.a. wählen die Teilnehmer*innen mindestens fünf Seminare aus. Die Wahlseminare ergänzen das Programm der Grundseminare um spezifische tänzerische Aspekte. Sie stellen sich Ihr Wahlprogramm entsprechend ihrer individuellen Interessenslage zusammen.
Sie können bereits vor Fortbildungsbeginn an den laufenden Wahlseminaren teilnehmen. Diese werden dann bei der kommenden Fortbildung anerkannt.
In begründeten Ausnahmefällen können auch weniger Wahlseminare belegt werden oder gegen andere Seminare aus dem TuT-Programm getauscht werden.

 

Erste Termine und alle Wahlseminare von Dancing Arts im Überblick

Abschluss
Die Teilnehmer*innen erhalten ein Abschluss-Zertifikat, das Umfang und Fortbildungsinhalte detailliert beschreibt.
TuT ist Mitglied im Bundesverband Theaterpädagogik e.V. (BuT) und anerkanntes Fortbildungsinstitut.

Mehr zu den Inhalten der Grundseminare

• Aufbau der Grundseminare

1 Kontakt, Vertrauen, Kommunikation
Diese drei Begriffe werden uns sicher nicht nur an diesem Wochenende be- gleiten. Sie sind grundlegend für jede Form der Gruppenarbeit. In der Tanzimprovisation werden sie sinnlich erfahrbar. Wir lernen hilfreiche Elemente ausdem Bereich Laban/Bartenieff kennen.

2 Tanz der Sinne
Mit Tanzen verbinden die meisten Menschen unwillkürlich Bewegung nach Musik. Keine Angst, wir werden auch nach Musik tanzen, aber muss Stille Stillstand bedeuten?
Wie unsere Sinne zu mehr „Sinn" (Sinnlichkeit, Sinnhaftigkeit) beim Tanzen führen, welche eigenen inneren Impulse, Rhythmen und „Melodien" wir haben, ist Thema dieses Wochenendes. Entdecken wir die Sinne und ihre Rolle im Tanz!

3 Zeit – Dynamik und Phrasierung
Die Dynamik im Tanz ist vergleichbar mit den Gewürzen in einer Speise. Sie sind die entscheidende Zutat für den Genuss. Wir experimentieren mit einer Bandbreite von Bewegungsqualitäten wie zart, kraftvoll, kontrolliert, frei, leidenschaftlich, träumerisch, rasant, hingebungsvoll, ruhig. Wir finden und erweitern unsere eigene Gewürzmischung und probieren so verschiedene Rezepturen des Tanzes aus..

4 Raum
Geradeaus oder kurvig? Gegenüber oder versetzt? Oben oder unten? Vorn oder hinten? Linksherum oder rechtsherum? Auseinander oder beieinander? Innen oder außen? Der Raum wirft viele gestalterische Fragen auf.
Die bewusste Wahrnehmung des Raums ordnet unsere Bewegungen und strukturiert die tänzerische Improvisation. Sie führt uns auf eine magische Reise zum Wunder der Präsenz. Aus räumlich angelegten Improvisationen lernen wir thematisch zu verdichten. Daraus ergeben sich erste Ansätze zu wiederholbaren Tanzgestaltungen.

5 Kostüm und Requisit
Wir verändern die Form und den Ausdruck des Körpers über verschiedene Kostüme und Requisiten, lassen uns dadurch zu neuen Bewegungsideen inspirieren und spinnen einen roten Faden durch unsere „Geschichten".

6 Tanzgestaltung
Weitere Tools zur Tanzgestaltung werden vorgestellt. Einfache Schritte verdichten die Improvisation zur wiederholbaren strukturierten Improvisation. Eine strukturierte Improvisation bleibt frisch und ist mit fast allen Zielgruppen leicht aufzuführen.

7/8 Gestalten und Anleiten lernen
Musik, Text, Gedicht, Idee, Geschichte, Räume, Spiele, Spielregeln usw. Wir probieren verschiedenste Quellen aus und lernen Improvisationen vorzubereiten und zu begleiten. Die Teilnehmer*innen können auf Wunsch (kein Muss!) eigene Unterrichtsentwürfe vorstellen und leiten sie in der Gruppe an.

Alle Seminare finden am Wochenende statt.
Auf Anfrage kann in unseren Räumen mit Schlafsack und Isomatte übernachtet werden. Teeküche und Duschen sind vorhanden. Eine Liste mit einfachen bis komfortablen Unterkünften senden wir gern zu.

Finanzen

Die Fortbildung umfasst sieben Grundseminare und mindestens 5 Wahlseminare à 180,-/150,- Euro. In den Preisen nicht enthalten sind Verpflegung und Unterkunft.
Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten der Fortbildung.